Gemeindeversammlung als Informationsquelle

Erstellt am 04.09.2022

Ende August lud die Kirchengemeinde Altena ihre Gemeindemitglieder nach dem Sonntagsgottesdienst in der Lutherkirche mit Pfarrer Martin Heider zu einer Gemeindeversammlung ein. Anlass für die Zusammenkunft war die bevorstehende Vereinigung der Kirchengemeinden in Altena, Nachrodt-Obstfeld und Wiblingwerde. Einerseits wollten Superintendentin Martina Espelöer und Carsten Menzel als Vorsitzender des Prebyteriums die Gemeindemitglieder informieren sowie auch die Sorgen, Wünsche und Meinung dieser anhören.
Die Entwicklung der Mitgliederzahlen und die Pfarrstellensituation sorgen für den Zusammenschluss, der jedoch keinesfalls vom Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn initiiert wurde. Vielmehr kam seinerzeit aus Nachrodt der Anstoß. Zusammengearbeitet wird schon in verschiedenen Bereich, so gibt es bereits eine pfarramtliche Verbindung. „So hat sich an vielen Stellen Zusammenarbeit ergeben“, so Carsten Menzel.

Bereits seit Herbst 2019 sind die drei Gemeinden auf der Suche nach Kooperationsmöglichkeiten wie beispielsweise gemeinsamer Konfirmandenunterricht, gemeinsame Veranstaltungen und Sommerkirche. Die schwindende Anzahl an Gemeindemitglieder (Stand Altena im August 2022: 3.353), die dem demografischen Wandel geschuldet ist, sieht zukünftig nur zwei Pfarrstellen in der Region vor. Die beste Kooperationsmöglichkeit bietet daher die Vereinigung, die auch für eine Entlastung in Verwaltungsangelegenheiten sorgen wird.

Im vergangenen Jahr wurde der Beschluss dann verkündet, seitdem ist viel geschehen. Es wurde eine Steuerungsgruppe mit dem Namen „RegionalExpress“ ins Leben gerufen. Den Namen wählte man seinerzeit bewusst, weil man Gas geben möchte.

Auch wurde ein Name für die neue gemeinsame Gemeinde gesucht. Dieser wird zukünftig „Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde Mark“ lauten. Damit wird der Glaube an den dreieinigen Gott, der die Gemeindemitglieder in den Gemeinden verbindet, zum Ausdruck gebracht. Durch den Beisatz „Mark“ wird die Verortung im Märkischen Kreis deutlich.
Dienstsitz der neuen Kirchengemeinde wird in Altena in den bestehenden Räumlichkeiten sein. Da die Kirchengemeinde Wiblingwerde eine Evangelisch-Reformierte Gemeinde ist, haben sich alle drei Gemeinden zusammen auf den unierten Bekenntnisstand geeinigt.

Auch der Zusammenschluss sorgt nicht für mehr hauptamtliches Personal - die Pfarrstelle in Altena ist derzeit ja sowieso unbesetzt. So wird zukünftig ein interprofessionelles Pastoralteam agieren. Dahinter verbirgt sich ein modernes Leitungsteam mit drei, später nur noch zwei, Pfarrern und einem Gemeindepädagogen. Durch diese Konstellation wird ein berufsübergreifendes Arbeiten einerseits notwendig und andererseits möglich. Im heimischen Kirchenkreis ist dieses Konzept ein Pilotprojekt und der getroffene Grundsatzbeschluss wegweisend. Die Bewerbungsgespräche für das interprofessionelle Pastoralteam finden Mitte September statt.

Superintendentin Martin Espelöer sprach in der Gemeindeversammlung von einem „historischen Moment“. Sie verglich die Vereinigung mit einer Hochzeit. Erst gab es den Heiratsantrag, dann die standesamtliche Trauung und danach das rauschende kirchliche Fest. Aus haushalterischen Gründen beginnt die Vereinigung der drei Gemeinden offiziell am 1. Januar 2023. Eine gemeinsame Feier wird es dann am Pfingstfest 2023 geben.

Auch wenn man in Altena dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker!“ folgt, soll gewiss der eigene Charakter gewahrt werden. Es wird eine neue Gemeinde geben, die Gemeindemitglieder sind aber bereits vorhanden. An ihnen liegt es jetzt, die neue Gemeinde mit Leben zu füllen. Alle sind sich einig, dass die neue Herausforderung, zusammenzuwachsen, Zeit braucht. Aber Martina Espelöer unterstrich, dass mit Gottes Kraft alles möglich ist.

Im Anschluss an die ganze Informationsflut über die Vereinigung hatten die rund 30 anwesenden Gemeindemitglieder, darunter größtenteils ältere Gemeindemitglieder, die Gelegenheit, ihre Zustimmung und ihren Unmut zu äußern. Dabei wurde erkennbar, dass in Altena ohne Pfarrer vor Ort die Probleme derzeit groß sind. Daher kann der neue Zusammenschluss nur eine Verbesserung bieten. Die Kirche in Altena hat ja bereits mit Zusammenschlüssen ihre Erfahrung, wurde doch 2005 die Evangelisch-Lutherische Gemeinde mit der Evangelisch-Reformierten vereinigt.

 Text und Foto von Annabell Jatzke