Der Tod gehört zum Leben dazu

Erstellt am 10.12.2018

Altena. Kinder und Tod, das passt für viele Menschen nicht gut zusammen. „Aber der Tod gehört zum Leben dazu. Daher halte ich es für wichtig, auch mit Kindern über dieses Thema zu sprechen“, erklärte Pfarrerin Merle Vokkert. Aus diesem Grund gibt es seit geraumer Zeit themenbezogene Projekte in den beiden evangelischen Kindergärten.

„Wir basteln heute sogenannte Jenseitskisten. Die Kinder können alles hineintun, was sie mit dem Thema verbinden oder sie so gestalten, wie sie meinen, dass es im Himmel aussieht“, erklärt Vokkert. Wie sich herausstellte, hatte bereits fast jedes Kind Erfahrungen mit dem Tod gemacht. Sei es durch Oma und Opa oder durch ein Haustier. „Es ist also Quatsch zu sagen, so ein Thema könne man Kindern nicht zumuten. Sie werden früher oder später damit konfrontiert“, sagte die Pfarrerin. Der große Vorteil, so früh damit anzufangen, liege in der Unbefangenheit der Kinder. Das wurde beim Basteln deutlich. Mit jeder Menge Kreativität gingen die Kinder ans Werk. „Bei Gott sind viele Wolken und da ist es ganz bunt und fröhlich“, erzählte ein Mädchen und ihr Kumpel ergänzte: „Da sind Blumen mit Wolken. Ganz bunte Federn sind auch da und ganz flauschig ist es da.

Vokkert weiß aus ihrer Arbeit als Seelsorgerin, dass Kinder eine unverblümte Art haben, mit Trauer umzugehen. „In dem einen Moment sind sie traurig und dann stehen sie auf und spielen. Das ist völlig normal“, sagte sie. Dennoch müsse man Trauer bei Kindern ernst nehmen und auch Raum bieten.   Kinder seien besonders sensibel und spürten die Trauer. Umso wichtiger sei es, sie mit dem Thema vertraut zu machen – auch, wenn das manch einem Erwachsenen schwer falle.

Währenddessen erklärte ein Mädchen ihre Kiste: „Sterne sind da, ganz helle. Bei Gott ist es warm.“ Ein anderes Mädchen malt alles mit Glitzer an. „Da treffen wir dann auch die Katze von Schmidts und Engel“, erzählte sie.

 

Zuvor sei das Vorgehen selbstverständlich mit den Eltern besprochen worden, schließlich ging es um ein Thema, das in der Gesellschaft oft tabu ist. Dabei, so Vokkert, sei es wichtig, Kinder mit dem Thema Tod vertraut zu machen. Denn in gewisser Weise könne man auch lernen zu trauern.  „Als wir damit vor ein paar Jahren anfingen, wurde das kontrovers diskutiert. Inzwischen finden es eigentlich alle gut. Denn kommt es wirklich zu einem Trauerfall in einer Familie, sind oft alle überfordert“, sagte Vokkert.  

Text: Lydia Schmidt-Machelett
Fotos: Merle Vokkert