Herzlich willkommen!
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Verabschiedung von Merle Vokkert

Erstellt am 08.07.2019

© Thomas Bender

Wirklich übel nehmen kann man es ihr nicht: Pfarrerin Merle Vokkert verlässt die Evangelische Kirchengemeinde Altena und wechselt in die Kirchengemeinde Haltern am See im Kirchenkreis Recklinghausen. Sie verlässt Altena - und folgt ihrem Mann, Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier, der vor fünf Jahren Altena in Richtung Recklinghausen verlassen hat, um dort Geschäftsführer des Diakonischen Werks zu werden. Es ist praktisch eine Familienzusammenführung, die sich vollzieht. Am Sonntag hat die Kirchengemeinde und mit ihr viele Gäste die beliebte Pfarrerin verabschiedet - und ihren Mann irgendwie ein zweites Mal auch.

Es war ein Gottesdienst mit heiteren Momenten, mit Worten und vor allem mit viel Musik, die Hoffnung gaben. Aber auch mit einigen Tränen, die geflossen sind: Ein Abschied lässt einen Neuanfang zu, macht aber eben auch traurig.

"Du hast die Kirchengemeinde Altena geprägt mit einer Theologie der Menschlichkeit", würdigte Superintendentin Martina Espelöer die Arbeit von Merle Vokkert, die vor zehn Jahren die Nachfolge von Pastor Gerd Behrendt in Altena angetreten hatte. Zehn Jahre, in der Vokkert diese Gemeinde geprägt habe, so die Superintendentin. Vokkert sei stets nahe bei den Menschen gewesen, habe ohne Abstand gearbeitet. Zehn Jahre, in der es gelang, den Weg von einer Kirchengemeinde mit einzelnen Pfarrbezirken hin zu einer Stadtgemeinde, zur "Neuen, alten Mitte" rund um die Lutherkirche, erfolgreich zu gehen. Anpacken statt zu jammern: Das sei Vokkerts Herangehensweise gewesen. "Du hast aus Problemen Lösungen gemacht", attestierte die Superintendentin. Und nannte als Beispiel den Weihnachts-Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Kirchplatz, der, nach dem Kirchenbrand im Jahr 2015, aus der Not heraus entstanden ist und sich in den zurückliegenden Jahren wachsender Beliebtheit erfreut und heute fest zum Programm an Heilig Abend gehört.

© Carsten Menzel

In aller Klarheit brachte Thorsten Brinkmeier, Pastor der Nachbargemeinde Rahmede, den Abschied mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: "Ich finde es total blöd, dass Du gehst!" Und Inge Harneid, Leiterin der beiden evangelischen Kindergärten in Altena, fand es "doof", dass Merle Vokkert Altena verlässt. Immerhin: Als Andenken gab es vom Kindergarten-Team, für den künftigen Garten am Pfarrhaus in Haltern, Glaskugeln, in denen sich das Sonnenlicht bricht, als Baumschmuck zum Geschenk. Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein überreichte einen Bohrkern vom Bau des Erlebnisaufzug zur Burg ("Davon gibt es nicht viele") als Briefbeschwerer zum Andenken. Von Pfarrer Ulrich Schmalenbach, von der katholischen Gemeinde, gab es ein Relief des Heiligen Matthäus zur Erinnerung an die Zusammenarbeit. Die Liste derer, die herzlich Abschied nahmen und Merle Vokkerts Mann Dietmar Kehlbreier mit einschlossen, ließe sich fortsetzen: mit Pfarrer Uwe Krause aus Dahle, Mitarbeitern aus Jugend und viele andere Gemeindegruppen.

Vom Presbyterium gab es als Dankeschön und Erinnerung einen Drahtbaum für den künftigen Schreibtisch von Merle Vokkert - und einen Gutschein: für ein Paragliding samt Übernachtung im Wittgensteiner Land.

Beim Auszug aus der Kirche winkte die Gemeinde mit weißen Tüchern zum Abschied.

Mitgestaltet wurde der Gottesdienst von beiden Chören der Gemeinde, der Paul-Gerhardt- und der Luther-Kantorei, von Pfarrer Jürgen Ruck, von Pfarrerin Dr. Tabea Esch aus Wiblingwerde an der Violine, von Frank Düppenbecker an der Trompete und Johannes Köstlin (Orgel, Chorleitung).

Zwar fand mit dem Gottesdienst praktisch die Entpflichtung Vokkerts in der Altenaer Pfarrstelle und ihre Aussegnung statt, bis Ende Juli ist Merle Vokkert allerdings noch im Dienst in Altena. Am 28. Juli hält sie dann ihren letzten Gottesdienst.

Für die Zeit bis zur Neubesetzung der Pfarrstelle ist mit Hilfe des Kirchenkreises für Vertretungen gesorgt; alle Sonntagsgottesdienst bis einschließlich zum Vierten Advent sind bereits gesichert. Und auch für alle Kasualien, also Taufen, Trauungen und Beisetzungen, gibt es einen Vertretungsplan.

Text: Carsten Menzel