Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6

Das Wort "umsonst" kann einen misstrauisch machen. In Wirklichkeit wird einem doch kaum was geschenkt, so viel auch kostenlos angeboten wird, ob von Marktschreiern oder im Internet. Zu Weihnachten haben Geschenke allerdings Konjunktur. Auch da sind sicher kritische Töne angebracht, sieht man auf die Kommerzialisierung des Festes. Ich, liebe Leserinnen und Leser, will hier aber mal ganz im Gegenteil eine Bresche schlagen für die Geschenke, für das Schenken, das so lange schon aus gutem Grund selbstverständlich zu Weihnachten dazu gehört. Klar, manches Geschenk auch unter dem Baum mag mit Hintergedanken dorthin geraten sein, ist in Wirklichkeit gar nicht geschenkt, weil es in der Erwartung, dass es sich auszahlt, gemacht wurde. Das, so hoffe ich, wird aber die Ausnahme sein, die allermeisten Geschenke tragen doch die Botschaft: "ich denke an dich, du bist mir viel wert!". Deshalb lösen sie Freude aus und stärken die Freundschaft zwischen Beschenkenden und Beschenkten. Und so gesehen passt das Schenken zu Weihnachten. Der "elend, nackt und bloß" in der Krippe liegt, führt denen, die ihn ansehen, vor Augen, was ihnen mit ihrem nackten Leben geschenkt ist und wie viel sie dem wert sind, der es ihnen schenkt. Das wird sich auswirken auf die Beziehung zwischen Schenkendem und Beschenkten, zwischen Gott und Mensch.Erwachsen geworden zeigte der, der in der Krippe lag, ihnen, dass, was ihnen zum Leben geschenkt ist, um so mehr und um so größer wird, sobald sie's weiterschenken, mit andern teilen

 

In der Jahreslosung für 2018 ist von „lebendigem Wasser“ die Rede, das Gott umsonst gibt, sprich: schenkt. Es steht für alles, was als Lebensgrundlage so nötigist wie das Wasser. Und manches davon wird – wie das Wasser in vielen Regionen der Welt – knapp.Oft leider auch die Bereitschaft, um des guten Zusammenhalts willen abzugeben statt sich zu klammern an das, wovon man meint, es gehöre einem ganz allein.Solange, was Gott mir schenkt, diese Bereitschaft, auch etwas von mir zu verschenken, neu stärkt, wäre es mir letztlich doch nicht so ganz umsonst geschenkt!

Ein reich von Gott beschenktes, sprich gesegnetes Jahr 2018!

Ihr Jürgen Ruck